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Die heimische Filmbranche sieht der Zukunft eher pessimistisch entgegen. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.
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Schlimmer kann es für den Film nicht werden, denn schlimm war es ja schon", sagte Regisseurin und Vorstandsmitglied des Verbands FilmRegie Österreich, Andrea Maria Dusl. Es habe schöne Sätze im Regierungsprogramm und durch die Freude über den Oscar für Stefan Ruzowitzky auch die "Aussicht auf eine substanzielle Spritze für den Film" gegeben. "Diese Ankündigungen sind jetzt natürlich Schall und Rauch", meinte auch Produzent Veit Heiduschka (Wega Film). "Ich gehe davon aus, dass wir nächstes Jahr sehr traurig ausschauen."
Sowohl SPÖ als auch ÖVP hätten nach dem Oscar-Gewinn noch bekräftigt, wie wichtig der Film sei, so Heiduschka enttäuscht. Die Erwartungen seien zwar ohnehin niedrig gewesen, ob die Erwartungen nach Neuwahlen höher sind, hänge davon ab, "wie sich die Regierung zusammensetzt und wann das Budget steht. Und das Budget wird wohl erst wieder Anfang des nächsten Jahres stehen." Eine Planungssicherheit sei so nicht gegeben, weswegen die guten Leute zunehmend ins Ausland gingen und die Zulieferfirmen im Land nach und nach zusperren müssten. "Selbst wenn 2009 und 2010 Geld kommt, können wir nach Budapest oder Bratislava gehen, um unsere Filme zu machen."
Heißer Herbst
"Wir sind nicht nur alle traurig, sondern frustriert", bekannte Heiduschka, schließlich gehe es um Existenzen. Bundesministerin Claudia Schmied (SPÖ) sei ein "großer Hoffnungsträger" gewesen, doch weder die Content-Abgabe noch die Erhöhung des ÖFI-Budgets auf 20 Millionen Euro seien gekommen. "Die Ergebnisse sind recht karg, aber es geht nicht, dass wir immer nur mit Versprechen abgespeist werden", bis dann die nächste Wahl komme. Er versprach einen "heißen Herbst", es werde sicher wieder eine Kampagne geben, wahrscheinlich wohl zur Vorwahlzeit.
Und nach der Wahl?
"Wer immer die Regierung stellt, muss sich verpflichten, dass der Film gefördert wird", forderte der Produzent zahlreicher Filme von Michael Haneke. Er verwies auf die deutsche Finanzspritze von 60 Millionen Euro, nach der das Filmgeschäft richtiggehend boome. Und in Cannes habe der belgische Finanzminister ein Steuerabschreibungsmodell vorgestellt und beschrieben, wie positiv dessen Auswirkungen auf die Filmindustrie und auf den Staat gewesen seien. Daran könne man sich ein Beispiel nehmen, um Privatinvestitionen zu erleichtern. Dusl gab sich vorsichtig kämpferisch: "Die Hoffnung lebt", meinte sie. "Wir geben nicht auf. Film ist zu wichtig."
Quelle: http://kurier.at/kultur/174085.php
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