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Oscarpreisträger kritisiert Gemeinderat
Offener Brief von Stefan Ruzowitzky

25.03 2008

 

Sehr geehrte Mitglieder des Wiener Gemeinderates,

 

Ich möchte mich auf diesem Wege nochmals recht herzlich für das tolle Fest anlässlich der Oscarverleihung bedanken.


Es war für uns Filmschaffende wundervoll zu sehen, wie sich Publikum, Medien und Politik plötzlich auf den österreichischen Film besannen und es einen Grundkonsens zu geben schien, ihn in Zukunft stärker zu unterstützen.


Umso enttäuschender für uns alle, dass die ersten Möglichkeit, dies in konkrete Maßnahmen umzusetzen, nicht wahrgenommen wurde: Der Wiener Gemeinderat stimmte mit großer Mehrheit gegen eine dringend notwendige Erhöhung des Wiener Filmförderungs Fonds.


Dabei hätte die beantragte Summe eine seit Jahren überfällige Valorisierung der Mittel des Fonds bedeutet.


Überdies wären die Gelder dem erheblichen Zusatzerlös der Stadt Wien durch die jüngste ORF-Gebührenerhöhung entgegengestanden. Falls es sich tatsächlich nur um formale Probleme gehandelt hat, wie dem Regieverband gegenüber angedeutet wurde, so sind diese gewiss zu beheben.
Ich habe den Oscarerfolg gerne mit der Stadt Wien “geteilt” - war der Wiener Fonds doch auch bei den Fälschern als wichtiger Förderer dabei.

Es wäre sehr schade, sollten jetzt all Jene recht behalten, die nie an ein aufrichtiges Bemühen der Politik um den Film glaubten.


Mit freundlichen Grüßen
Stefan Ruzowitzky


(Vorstandsmitglied des Verbands Filmregie Österreich)